Craniosacral Therapie – eine feine Form der Körperarbeit

Craniosacral Therapie ist eine eigenständige Methode der KomplementärTherapie mit Wurzeln in der Osteopathie. Ihr Name bezieht sich auf Cranium und Sacrum – Schädel und Kreuzbein – sowie auf die Strukturen und Flüssigkeitsräume, die beide miteinander verbinden.

Mit sanften, meist ruhenden Berührungen nehme ich feine rhythmische Bewegungen im Körper wahr. Ihre Qualität und ihre Veränderungen geben mir Orientierung für den Verlauf der Behandlung. Dabei arbeite ich häufig an den Füssen, am Becken, entlang der Wirbelsäule sowie an Kopf und Nacken.

Unwinding – wenn Bewegung von innen entsteht

Ein wichtiger Bestandteil meiner Craniosacral-Arbeit ist das Unwinding. Der englische Begriff bedeutet entwirren, lösen oder zur Ruhe kommen. Er bezeichnet spontane Bewegungen, die während einer Behandlung aus einem inneren Impuls entstehen können.

Solche Bewegungen können sehr klein und kaum sichtbar sein oder sich deutlicher durch ein Gelenk, den Kopf oder einen grösseren Körperbereich fortsetzen. Ich gebe Halt, folge der entstehenden Richtung oder biete einen behutsamen Bewegungsimpuls an. Dabei wird nichts in eine bestimmte Position gedrängt und keine Bewegung erzwungen.

Unwinding ist nicht planbar und muss auch nicht geschehen. Manchmal entsteht Bewegung, manchmal bleibt der Körper ruhig. Entscheidend ist, dass genügend Zeit vorhanden ist, damit sich neue Bewegungsrichtungen zeigen und körperliche Reaktionen in ihrem eigenen Tempo entfalten können.

Mit Unwinding beschäftige ich mich seit vielen Jahren in meiner therapeutischen Praxis und als Lehrerin in Fortbildungen für Massage-Practitioner.

Wie eine Sitzung abläuft

Die Behandlung findet in bequemer Kleidung auf der Massageliege statt. Zu Beginn besprechen wir dein aktuelles Befinden, gesundheitliche Themen und das, was während der Sitzung berücksichtigt werden soll.

Meine Hände nehmen an verschiedenen Körperbereichen ruhigen Kontakt auf. Ich kann eine Position eine Weile halten, einer feinen Bewegung folgen oder eine kleine Bewegung anbieten und wahrnehmen, wie dein Körper darauf reagiert. Pausen gehören wesentlich zur Behandlung: Sie geben Zeit zum Nachspüren und zur Neuorientierung.

Du bleibst während der gesamten Sitzung beteiligt. Du kannst deine Wahrnehmungen mitteilen, eine Position verändern oder eine Berührung jederzeit anpassen oder beenden lassen.

Wann Craniosacral Therapie unterstützend sein kann

Craniosacral Therapie kann bei körperlichen Beschwerden sowie während und nach körperlich oder emotional belastenden Lebensphasen unterstützend eingesetzt werden.

Mögliche Anliegen sind:

  • Kopfschmerzen und Spannungen im Kopf-, Kiefer- oder Nackenbereich,

  • Beschwerden im Rücken, Becken oder Bewegungsapparat,

  • Erschöpfung, innere Unruhe und stressbedingte körperliche Reaktionen,

  • die Zeit während und nach einer Schwangerschaft oder Geburt,

  • die Rehabilitation nach Unfällen, Erkrankungen oder Operationen,

  • eine körperorientierte Begleitung während einer Psychotherapie.